Heiko Blankenstein
Kicked it into the Sun

english version below

Ausstellung: 15. April bis 21. Juni 2015
Vernissage: Dienstag, 14. April 2015, 18 Uhr

Heiko Blankenstein hätte seine aktuelle Ausstellung im Kunstraum Engländerbau in Anlehnung an den kürzlich über Kinoleinwände flimmernden Blockbuster auch Interstellar (lat. inter stellas; zwischen den Sternen) oder ähnlich betiteln können. Denn der erste Blick in den Ausstellungsraum bestätigt: Der 1970 in Rheydt (D) geborene Künstler interessiert sich für irdische wie ausserirdische Landschaften, für galaktische Phänomene und deren naturwissenschaftliche Erklärungsversuche ebenso wie für popkulturelle Referenzen. Dabei sind es Fragen nach unserer Existenz in Raum und Zeit, die den Künstler in seinem Universum planetengleich umkreisen.
Auf grossformatigen Zeichnungen und Leuchtkästen schweben merkwürdige Himmelskörper im dunklen Raum. Die Tuschezeichnung Deimos (2014) vermittelt etwa den Eindruck eines inmitten der Explosion erstarrten Sterns und die unzähligen Zacken verwandeln den Körper in ein gefährliches Geschoss, während die mit einer Radiernadel eingeritzte Farbschicht auf einer Acrylglasscheibe in V1489 Cygni Red Hypergiant (2013) das Innere eines von Magnetfeldschlaufen durchwobenen Gestirns zeigt. Die hinter der Scheibe liegenden Leuchtstoffröhren bringen die ausgekratzten Stellen zum Leuchten. In natura werden solche dargestellten Gebilde nur bei Eruptionen auf der Sonnenoberfläche sichtbar, wenn das herausgeschleuderte leuchtende Gas sich entlang der unsichtbaren Magnetfeldschlaufen bewegt. Heiko Blankenstein fertigt demnach keine getreuen Abbilder, doch detailliert ausgearbeitete Illustrationen, die von beachtlicher zeichnerischer Virtuosität zeugen. Er erfindet nicht, sondern orientiert sich an existierenden physikalischen Vorgängen und überhöht diese mit den Mitteln der Kunst zu einer modellhaften Hyperrealität, in der sich Fakt und Fiktion nicht trennen lassen. Damit erlischt auch die Zweiteilung von konkret und abstrakt. Die Styroporlandschaft als Zentrum der Ausstellung und die darüber gleissende Skulptur (Lightthing, 2013) wirken alleine durch die verwendeten Materialien hochartifiziell und lassen ihren Ursprung im Computerrendering vermuten. Doch auch diesen Werken liegen physikalische und chemische Gestaltungsprinzipien des Universums zugrunde.
Heiko Blankensteins Interesse gilt offenkundig (astro)physikalischen Bedingungen, welche die Wissenschaft zu erklären versucht und dafür einen eigenen, spezialisierten Bilderkanon entwickelt indem konkrete Ereignisse visuell abstrahiert werden. Der Künstler setzt bei dieser wissenschaftlichen Bildsprache an und überführt sie mit ähnlichen Methoden in eine künstlerische Sphäre. Er abstrahiert seinerseits visuelle Erzeugnisse der Forschung und re-formuliert sie wiederum in Bilder, die allerdings nicht auf Erkenntnisgewinn und sukzessives Nachvollziehen abzielen – weder für ihn selbst noch für das Publikum. Sein Antrieb nährt sich sehr wohl aus Neugierde, doch sucht diese vielmehr nach Fragen denn Antworten: Woher kommen wir und was hält die Welt im Innersten zusammen?
Der Vorstellungskraft sind trotz wissenschaftlicher Erklärungen Grenzen gesetzt und so wählt Heiko Blankenstein künstlerische Strategien der Annäherung. Es ist der Versuch, das Unvorstellbare als Emotion zu begreifen und dieses in einer Bildsprache zu formulieren, in der ästhetische Qualitäten von Oberflächen und Material von zentraler Bedeutung sind. Mit akribischer Hingabe manövriert sich Heiko Blankenstein in die Materie, füllt grosse Formate mit unzähligen Strichen und setzt sich während des Arbeitsprozesses bewusst dem Verlust des Überblicks und der Kontrolle über den eigenen Strich aus. Der Zeichnung als Reflexionsmethode über die Beschaffenheit von Gegenständen sind Zufall und Kalkül gleichermassen eingeschrieben. Heiko Blankenstein nutzt diese Verunsicherung produktiv, indem er die Veränderungen des eigenen Strichs immer weiter verstärkt und sich so etwa die Grundsätze der Chaostheorie mit ihren nichtlinearen Dynamiken zu Eigen macht. Er benutzt die Kunst als Übersetzungsinstrument und gewinnt dem eigenen Unvermögen zu Perfektion und den Grenzen seiner Vorstellungskraft neue Formwelten ab, die weder hier noch da angesiedelt sind und vom Publikum ihrerseits Rezeptionszugänge erfordern, die im interstellaren Raum zwischen Ratio und Emotio schweben.

Text: Sarah Merten, Zürich





Heiko Blankenstein
Kicked it into the sun

Exhibition: April 15th until June 21st 2015
Opening: Tuesday April 14th 2015, 6pm

Heiko Blankenstein could as well have titled his exhibiton at Kunstraum Engländerbau in Vaduz, Liechtenstein Interstellar (lat.inter stellas; between the stars), according to the recently running Hollywood blockbuster. The first glance into the exhibition space confirms: The Zurich based artist, born 1970 in Rheydt, Germany, is interested in terrestrial as well as extra-terrestrial landscapes, galactic phenomena and the efforts of scientifically explaining them, but also references pop-culture. Nevertheless it is the questions of our existence in time and space which circle the artist like planets in his own universe.
In large-scale drawings and lightboxes peculiar celestial bodies float within dark space. The ink-drawing Deimos (2014) for example gives the impression of a star which solidified during its own explosion, turning the entity into a dangerous projectile with its countless spikes, whereas the drawing V1489 Cygni Red Hypergiant, scratched into an ink film on acrylic glass, shows the interior of star enwrought with magnetic field loops. The fluorescent lights behind the acrylic sheet make the scratched out linework glow. In real life such structures only become visible during solar eruptions, when the ejected glowing gas moves along the otherwise invisible magnetic field loops.
Apparently Heiko Blankenstein does not manufacture true-to-life effigies, however his works are very elaborately worked illustrations, showing his remarkable virtuosity in drawing. He does not invent, but rather orientates himself at existing physical processes which he inflates by means of art-making into an exemplary hyperreality, within which fact and fiction cannot be separated. Thereby the dichotomy of concrete and abstract expires. The styrofoam landscape centerpiece of the exhibition and the integrated, glistening sculpture (Lightthing, 2013) appear highly artificial due to the used materials, their origin may be presumed in computer rendering. However, also these works are based on physical and chemical formal principles of the universe.
Heiko Blankenstein obviuosly concerns himself with (astro)physical conditions, which science attempts to explain by using its own, specialised imagery in which concrete events are abstracted visually. The artist takes this scientific visual vocabulary as a point of departure and converts it into an artistic sphere using similar methods. He himself abstracts visual products of research and reformulates them into images , which, however, do not aim for cognitive gains and successive confirmability – neither for him nor for the audience. His impulse certainly is nourished by curiousity, but it searches for questions rather than answers: Where do we originate from and what holds the world together at its core.
Despite scientific explanations imagination has its limits, thus Heiko Blankenstein chooses artistic strategies for approximation. It is the attempt to understand the inexplicable by means of emotion and formulate this in a visual language in which aesthetic qualities of surfaces and materials are of vital significance. With meticulous dedication Heiko Blankenstein maneuvers himself into the matter, fills large formats with countless lines and during the process of working consciously exposes himself to a ceratin loss of control and overview of the own mark-making. Drawing as a method of reflecting on the quality of things for him equally consists of coincidence and calculation. Heiko Blankenstein uses this uncertainty productively amplifying the changes in linework and thereby appropriating the principles of Chaostheory research with its non-linear dynamics. He uses art as an instrument to translate and with it arrives at new formal positions which are based neither here or there, requesting of the audience cognitive capabilities levitating in the interstellar space between Ratio and Emotio.

Text: Sarah Merten, Zürich





Heiko Blankenstein
It would take an airplane 1100 years to circle the largest known star once

Astronomische Gebilde, naturwissenschaftliche Zitate, kulturelle Referenzen und seismographische Visualisierungen: Der Zürcher Künstler Heiko Blankenstein überführt unterschiedliche Naturbegriffe in It would take an airplane 1100 years to circle the largest known star once in einen dialektischen Kosmos. Die These Natur trifft auf ihre artifiziellen Antithesen, die vom Künstler in einen Dialog geführt werden und in der Synthese neue Fragen aufwerfen.
Dabei ist die Beschaffenheit und Erscheinungsform von Dingen und deren Modifikation, im Besonderen kosmische und astronomische Phänomene, ebenso zentral wie umweltpolitische Anliegen oder die Auslotung der Grenzen der Vorstellungskraft, welche sich, wie schon im Titel zu erahnen, schnell erschöpft, wenn immer es um Dimensionen, Entfernungen und Vorgänge des Weltalls geht. Gleichermassen regen kosmologische und astronomische Gebilde die Imagination an und zeugen von magischer Schönheit (asteroid 2012 DA14, solar flare, July 19th 2012). An dieser vielschichtigen Schnittstelle von Herangehensweisen und Zusammenhängen arbeitet Blankenstein im Sinne einer expandierten Naturauffassung und generiert Fragen, die Grundstrukturen des Seins sowie deren Transformation betreffen. Produkte dieser Beschäftigung sind zeichnerische und skulpturale Auseinandersetzungen mit Asteroiden, Planeten und Sternen, der Chaostheorie sowie der Kernfusion – die dem Ursprung, der Verkünstlichung sowie dem Umgang mit Natur auf der Spur sind.
Dass sich Blankenstein für ausserirdische und irdische Landschaften interessiert, ist in der Ausstellung augenscheinlich: Er versucht komplexe Oberflächenstrukturen wiederzugeben (u.a. Asteroids (2013), Path of least resistance (2011)) und orientiert sich in seinem Duktus an natureigenen Bewegungen und Phänomenen wie der Chaostheorie, im genaueren dem Prinzip der seltsamen Attraktoren. Er setzt dort an, wo eine Linie einen Ausschlag zeigt und verstärkt diesen in der nächsten Bewegung. In der Multiplikation dieser Selbstverstärkung entsteht eine nichtlineare Dynamik, wie sie beispielsweise in der Oberflächenstruktur der Erdkruste oder im Weltall zu sehen ist. In v 1489 cygni red hypergiant (2013) macht uns Blankenstein überdies auf das unsichtbare Innenleben eines Sterns aufmerksam, indem er die Ausrichtung der Magnetfeldschlaufen unter der transparenten Hülle hervorscheinen lässt. Mittel seiner künstlerischen Ausführungen sind einerseits Kugelschreiber- oder Farbstiftzeichnungen, andererseits Darstellungen, die mit Hilfe einer Radiernadel in die beschichtete Acrylglasscheibe der Leuchtkästen geritzt werden. Vermehrt setzt sich der Künstler auch mit Skulpturen auseinander, die wie in Happy Traveller (2013) sowie Lightthing (2013) Audio- und Videoloops oder Leuchtstoffröhren als Bestandteil haben. Immer wieder finden sich auch kunsthistorische oder popkulturelle Referenzen in seinen Arbeiten, beispielsweise in Path of least resistance (2011) oder Some serious skull shit (2013), deren Titel auf ein Lied (Modest Mouse) beziehungsweise ein Buch (Vurt von Jeff Noon) rekurrieren. Einen weit politischeren Ansatz verfolgt der in Deutschland geborene Künstler mit Lightthing (2013). Die Skulptur aus Stahl, Polypropylenröhrchen, Leuchstoffröhren und Kabel entspringt Blankensteins Auseinandersetzung mit der Kernfusion: Durch die Verschmelzung von Atomkernen strahlen Sterne, darunter die Sonne, enorme Energiemengen ab. Die kosmische Energiequelle soll schon bald in Reaktoren nachgeahmt werden und gilt als vielversprechende Alternative zu fossilen Rohstoffen und Energiegewinnung durch Kernspaltung.
It would take an airplane 1100 years to circle the largest known star once ist also Ausdruck eines künstlerischen Verstehensprozesses, der die Natur aus multiplen Perspektiven reflektiert. Der Künstler als Beobachter versucht seine nahe und ferne Umwelt, ganz in kunsthistorischer Manier, durch künstlerische Verfahren zu befragen, argumentiert aber in zeitgenössischen Diskursen. Und so nüchtern Wissenschaft mitunter erscheinen mag, so poetisch mutet die Ästhetik und Thematik Heiko Blankensteins an. Ist doch alles und jede/r aus Sternenstaub – als einfacher Partikel, komplexes oder entfremdetes Konglomerat.

Text von Salome Hohl zur Ausstellung It would take an airplane 1100 years to circle the largest known star once im Forum Vebikus, Schaffhausen im Februar 2014





Zeichnen = Beobachten und Verwandeln und Verstärken

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Die Entfremdung von Natur entäußert sich in der Sehnsucht, im Lied, im Klang. Das ist nicht neu, der Blick auf Natur als Speicher einer wie immer gearteten Schöpfungsgeschichte überlagert sich längst mit dem Resonanzraum menschlicher Lebenshorizonte. Der Musiker auf der Bühne tritt aus der Betrachterperspektive als Rückenfigur auf. Hat Caspar David Friedrichs Wanderer über dem Nebelmeer gelacht? Stand er auf einer Bühne? In Laughing at the Stars (2008), einem Lied-Zitat der Band „Modest Mouse“, sendet der Protagonist bei Heiko Blankenstein dem Universum Ohnmacht und Aufbegehren zu. Er muss es lautstark und mit Lautsprechern tun, denn der mit dem Flug der Wolken dröhnende Weltentwurf scheint noch nicht abgeschlossen.

Die Verkuppelung von Tieren und Pflanzen mit technischem Zubehör und Quellen von Energie spielt eine wesentliche Rolle in der Zeichenkunst von Heiko Blankenstein: Auf einem Röhrenverstärker der Marke Marshall entlässt eine gelockte römische Büste aus Augen, Mund und Ohren blau beblätterte, organische Gebilde (Chan Marshall in Giotto’s Garage, 2006). Aus dem Gebirge, das sich aus einem eigentlichen Kraftfeld aus Linien erhebt, wächst eine sonnenbekränzte Frauengestalt mitsamt Gehäuse (Limbo-loft, 2006), und im zweiseitig offenen Bau mittelalterlicher Prägung bedient eine Steckdose in der Wand gleich drei Boxen, die dem zentral inszenierten, in ein Geweih auswachsenden Baum den Puls abnehmen (Speed Trials, 2008). Hier wie dort macht sich an zentraler Stelle eine unbearbeitete Leere breit, eine visuelle Stille, die offen lässt, ob sich hier die sichtbare Materie erst bilden wird oder ob die Vibration der Luft sie bereits wieder zur Auflösung zwingt.

Plastik der römischen Antike, Malerei von Giotto, Altdorfer oder Tizian bis hin zu dokumentarischen Fotografien aus der Popkultur: Auch wer die Zitate nicht wieder erkennt, wird vor Heiko Blankensteins Zeichnungen Verdacht schöpfen. Nicht alle Motive stammen vom Bildautor selbst, sondern treffen aufeinander als Ergebnis einer freien Kombinatorik, die Beobachtungen der Natur und solche aus der Geschichte der bildenden Kunst in einen neuen Aggregatzustand bannt. Astronomische und alchemistische Illustrationen der Frühen Neuzeit haben hier ihr Erbgut hinterlassen, Darstellungen kosmologischer Modelle, altmeisterliche Landschaftsprospekte, Innenräume historischer Architekturen. Visionäre Sonnensysteme überlagern die Kronen von Bäumen, während sich ihre urwüchsigen Stämme wie Modelle einer seismografischen Vermessung aus jeder Erwartung an Natur verabschieden (Helioland, 2005).

In der handschriftlich akribischen Nachzeichnung und Anverwandlung steckt eine Hommage an Altmeister der Malerei und Druckgrafik. Heiko Blankenstein ist ein Zeichner im Sog existierender Bilder und Weltentwürfe. Bewusst schreibt er sein eigenes Werk in bestehende Ikonografien ein. In der Aneignung, vor allem aber im Zeichnen selbst erkennt er Möglichkeiten, die Wahrnehmung von Natur aufzugreifen und zuzuspitzen. Wenn Thesen der Chaostheorie seinen Bleistift, Farbstift oder Kugelschreiber führen, dann nicht zur Illustration eines Ursprungs von Welt, sondern weil in Denkmodellen über Kräfte des Kosmos auch ein Vorschlag steckt dazu, wie sich Linien auf dem zweidimensionalen Blatt Impulse geben, um zum Terrain, zur Landschaft und zur Figur auszuwachsen. Auf der provisorisch gesockelten Gebirgslandschaft im Innenraum – ein Atelier, Ort für Versuchsanordnungen – prallen die kämpfenden Steinböcke farblich, räumlich und akustisch heftiger aufeinander als in der freien Natur, wo der Kampf auf der Lichtung verhallt (vertigo, 2008). Im eigengesetzlichen System von Linien verrät sich ein ausgeprägtes Interesse an der Beschaffenheit der Dinge wie an ihrer höchst artifiziellen Verwandlung. Die kleine Vibration nimmt die große Bewegung vorweg, die anschaulich operierende Naturwissenschaft speist, ganz egal aus welcher Epoche, als Handlungsanweisung das zeichnerische Oeuvre. Mit konkreten Indizien schlägt dieses die Brücke zur Gegenwart, indem etwa der Verstärker die Palette der Sinnesreize aus der Natur multipliziert.

Auf Künstlichkeit setzt nicht nur die Durchdringung von Innen- und Außenräumen, auch die Lichtverhältnisse in diesen Bildvisionen, die gleichmäßige Ausleuchtung oder aber das kontrastreiche Helldunkel zeugen eher von Erscheinungen als von der Behauptung gesehener Wirklichkeit. In den Leuchtkästen, deren dunkler Grund von hinten und also seitenverkehrt bearbeitet ist, kommt Heiko Blankenstein zu seiner früheren Auseinandersetzung mit Druckgrafik zurück und provoziert eine nochmalige Intensivierung seiner Recherche. Das Zeichnen, eine Kette sich spontan ergebender Entscheidungen, bleibt ein anhaltendes Trennen von Licht und Finsternis: Zeichnung zeigt sich als ein genuin schöpferischer Akt und als Versuch des Erkenntnisgewinns zwischen Natur und ihrer Befangenheit im artifiziellen Echo.

Isabel Zürcher

Drawing = to observe and transform and amplify

The alienation from nature expresses itself in the yearning for it, in song and sound. This is not recent, viewing nature as a reservoir for creationism of any kind long has been superimposed onto the resonating cavity of man’s horizons of life. The musician on stage performs with his back turned towards the audience. Did Caspar David Friedrich’s Wanderer above the Sea of Fog laugh? Was he on stage? In Laughing at the Stars (2008), a quote from a song by the band Modest Mouse, Heiko Blankenstein’s protagonist beams his helplessness and his urge to uprise into the universe. He has to do it with much noise and through the use of amplifiers, the blueprint of the world, droning through the flying clouds, does not seem to be completed yet.

The connecting of animals and plants with technical equipment and sources of energy plays a major role in Heiko Blankenstein’s art: organic entities with a leaf-like surface are protruding from the eyes, mouth and ears of a roman bust with curly hair placed on a Marshall tube-amplifier (Chan Marshall in Giotto’s Garage, 2006). From a mountain range, arising out of the actual force field of lines, grows the figure of a woman including an enclosure (Limbo-loft, 2006), and in the, on two sides open structure with medieval characteristics, an electrical outlet is feeding three amplifiers, which feel the pulse of the centrally staged tree growing into antlers (Speed Trials, 2008). Here and there, an unworked emptiness spreads in pivotal places, a visual silence which leaves undetermined whether visible matter is just about to form or the vibration of the air is already forcing it to dissolve again.

Sculpture of roman antiquity, painting by Giotto, Altdorfer and Tizian all the way to documentary photographs of popculture: Even who does not instantly recognize the quotations will become suspicious looking at Heiko Blankenstein’s drawings. Not all motives derive from the author himself, but instead converge as a result of unrestricted combinatorics, embedding studies of nature as well as art history in a new state of aggregation. Astronomical and alchemist illustrations of early modern times have devised their genotype in them, depictions of cosmologic models, the prospectus of old master landscapes, interior spaces of historic examples of architecture. Visionary solar systems overlap treetops, while their gnarled trunks, like models of a seismogrphic survey, disband any expectation of nature (Helioland, 2005).

There is a hommage to the old masters of painting and printmaking in the meticulously executed re-drawings and adaptations. Heiko Blankenstein is a draughtsman in the maelstrom of established images and concepts of the world. He deliberately places his own work into existing iconography. By means of appropriation, but mainly through the drawing process itself, he recognizes possibilities to capture and sharpen the way nature is perceived. If theses of chaos theory guide his color pencil or his ballpoint pen, then it is not in order to illustrate some origin of the world, but rather because within theories about the forces of the cosmos there lies a suggestion for how lines on the two-dimensional surface interactively trigger impulses in order to expand into terrain, landscape and figure. On top of the makeshift pedestaled mountainscape placed inside an interior - a studio space, a site for an experimental arrangement – fighting ibexes clash much more fiercely, in terms of colour, spacially and acoustically, then in real nature, where the battle is absorbed within the clearance (Vertigo, 2008). The innate system of linework reveals a distinctive interest in the property of things, as well as in their highly artificial transformation. The small vibration anticipates the large movement, the vividly operating natural sciences, regardless from which era, feed the graphic oeuvre with working-instructions. It is rooted in the present time using precise indications, such as the amplifier which multiplies the palette of sensory stimuli.

Not only does the diffusion of interior- and exterior spaces place emphasis on artificiality, the lighting conditions in these imagevisions, the diffuse light or else the rich contrasts also rather tell of an apparition rather than of an assertion of observed reality. With his lightboxes, whose dark surfaces are worked on inverted from the backside, Heiko Blankenstein renews his earlier examination of printmaking and provokes a further intensification of his research. The act of drawing, a string of spontaneously appearing decisions, remains a continuous separating of light and darkness. Drawing appears as a genuinely inventive act and as an attempt to gain awareness between nature and the self-consciousness of its artificial echo.

Isabel Zürcher